Wissen, was drin ist:

Mineralölkohlenwasserstoffe

MOSH / MOAH

Mineralöle sind Kohlenwasserstoffverbindungen (MOH: Mineral Oil Hydrocarbons), die durch Destillation von Rohöl gewonnen werden können. Im allgemeinen Sprachgebrauch sind mit Mineralölen vor allem Treibstoffe wie Benzin, Diesel, Kerosin, Heizöl sowie Schmierstoffe und Lösungsmittel gemeint. Grundsätzlich handelt es sich bei Mineralölen um komplexe Gemische einer Vielzahl einzelner Kohlenwasserstoffe, die sich in zwei Gruppen unterteilen lassen. Zum einen in lineare, verzweigte und cyclische gesättigte Kohlenwasserstoffe (MOSH: Mineral Oil Saturated Hydrocarbons) sowie in meist alkylierte aromatische Kohlenwasserstoffe (MOAH: Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons). Den MOSH strukturell verwandt sind die sogenannten POSH (Polyolefin Oligomeric Saturated Hydrocarbons), die aus erdölhergestellten Kunststoffen wie Polyethylen und Polypropylen stammen. Aufgrund der starken Strukturähnlichkeit sind POSH analytisch von den MOSH meist nicht zu unterscheiden.

Untersuchungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ergaben, dass MOH in nahezu allen Lebensmitteln vorhanden sind. Besonders bei trockenen Lebensmitteln mit einer großen Oberfläche wie z. B. Mehl, Grieß, Reis, Semmelbrösel oder Frühstückscerealien ist eine Kontamination nicht auszuschließen. Auch fettreiche Lebensmittel wie Schokolade, Butter, Nüsse oder Speiseöle können mit MOH kontaminiert sein. Der Eintrag in die Lebensmittel kann auf vielen verschiedenen Wegen erfolgen. Mögliche Kontaminationswege sind Verpackungsmaterialien (Recyclingpapier, Druckfarben, mit Ölen imprägnierte Jute- und Sisalsäcke), Schmieröle aus Ernte- und Produktionsmaschinen, Lebensmittelzusatzstoffe (Trenn-, Überzugs-, Glanz- und Antistaubmittel), Abgase aus der Umwelt u. v. m. Eine vollständige Vermeidung von Einträgen in Lebensmittel ist technisch bei heutigen Warenströmen und Produktionsprozessen eine schwer umzusetzende Aufgabe.

Durch die Aufnahme von MOH über die Lebensmittel kommt es beim Menschen zur Anreicherung dieser Substanzen im Körperfett. Besonders in Leber, Herzklappen und Lymphknoten können sich Ablagerungen von mineralischen Kohlenwasserstoffen bilden und dort zu Schäden führen. Aufgrund unzureichender Datenlage ist jedoch nicht bekannt, ab welcher Exposition es zu nachteiligen Auswirkungen beim Menschen kommt, weshalb auch keine täglich tolerierbare Aufnahmemenge (TDI) empfohlen werden kann. Die EFSA stuft MOAH als grundsätzlich bedenklich ein und laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sind Mineralölkontaminationen sowohl mit MOAH als auch mit MOSH prinzipiell unerwünscht. Folglich existieren derzeit keine rechtsverbindlich festgelegten Höchstgehalte in Lebensmitteln. Zur Orientierung können die Basisverordnung für Lebensmittel (EG) Nr. 178/2002, die Kontaminantenverordnung (EWG) 315/93, die GMP-Verordnung (EG) Nr. 2023/2006 sowie die Lebensmittelkontaktmaterialien Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 herangezogen werden. Hier werden MOH als nicht erwünschte Stoffgruppe definiert, deren Gehalte in Lebensmitteln nach dem ALARA-Prinzip (As Low As Reasonably Achieveable) so gering wie möglich sein sollten. Des Weiteren haben der Lebensmittelverband Deutschland e. V. und die Länderarbeitsgemeinschaft gesundheitlicher Verbraucherschutz (LAV) im April 2019 erstmals Orientierungswerte für MOH-Gehalte in bestimmten Lebensmittelgruppen veröffentlicht.

Die GBA Group hat die Untersuchung von MOSH und MOAH bereits vor Jahren in das Portfolio der Untersuchungsmethoden aufgenommen und beobachtet die neuen Entwicklungen in diesem Bereich. Die Analytik basiert auf der vom BfR veröffentlichten Methode, die von der GBA Group optimiert worden ist und in der Routine mit einer LC-GC-FID-Kopplung durchgeführt wird. Sollten Sie an weiterführenden Details interessiert sein, dann nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf.

Quellen:
https://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_mineraloelbestandteilen_in_lebensmitteln-132213.html
https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.2903/j.efsa.2012.2704
https://www.lebensmittelverband.de/de/aktuell/20190502-veroeffentlichung-moh-orientierungswerte

Unter diesem Link erhalten Sie Informationen zu den Orientierungswerten für Mineralölkohlenwasserstoffe (MOH) in Lebensmitteln (Stand Juni 2020): https://www.lebensmittelverband.de/download/orientierungswerte-fuer-moh-in-lebensmitteln

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