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Chemisch ähnlich aufgebaute chlorhaltige Dioxine

Dioxine

Der Begriff "Dioxine" ist im allgemeinen Sprachgebrauch eine Sammelbezeichnung für chemisch ähnlich aufgebaute chlorhaltige Dioxine und Furane. Insgesamt besteht die Gruppe der Dioxine aus 75 polychlorierten Dibenzo-para-Dioxinen (PCDD) und 135 polychlorierten Dibenzofuranen (PCDF). Dioxine liegen als Gemische von Einzelverbindungen (Kongeneren) mit unterschiedlicher Zusammensetzung vor. Die verschiedenen Dioxine (PCDD/F) haben ähnliche chemische und physikalische Eigenschaften, in ihrer Toxizität sind die einzelnen Kongenere jedoch sehr unterschiedlich. Die höchste Toxizität weisen die Kongenere mit 2,3,7,8-Chlorsubstitution auf. Von den 210 möglichen Kongeneren sind daher nur 17 toxikologisch relevant. Polychlorierte Biphenyle (PCB) sind ebenfalls chlorierte Kohlenwasserstoffe mit einer ähnlichen chemischen Struktur wie Dioxine. Insgesamt existieren 209 verschiedene PCB-Kongenere, davon sind jedoch nur zwölf toxikologisch relevant. Diese weisen eine ähnliche planare Struktur sowie vergleichbare biologische Wirkung wie die 2,3,7,8-substituierten Dioxine auf und werden deshalb auch als dioxinähnliche PCB (dl-PCB) bezeichnet. Dioxine und dl-PCB sind sehr langlebige Verbindungen. Sie reichern sich im Fettgewebe an und werden nur sehr langsam abgebaut. Als chronische Wirkungen wurden in Tierversuchen Störungen der Reproduktionsfunktionen, des Immunsystems, des Nervensystems und des Hormonhaushalts beobachtet.

Dioxine wurden nie im technischen Maßstab produziert. Sie sind unerwünschte Nebenprodukte, die bei allen Verbrennungsprozessen (z. B. industrielle Verbrennungsanlagen, Haus- und Waldbrände) in Anwesenheit von Chlor und organischen Kohlenstoff entstehen können. Viele Dioxine sind im Verlauf der Erdgeschichte auch bei natürlichen Prozessen entstanden und haben sich oft in Ton und Erde angereichert. Im Gegensatz zu Dioxinen sind PCB für verschiedene Anwendungen industriell hergestellt worden. In den meisten Ländern ist es jedoch seit den 1980er Jahren verboten, PCB in Verkehr zu bringen.

Da Dioxine und PCB überall in der Umwelt vorkommen, lässt sich ein Übergang in die Nahrungskette nicht vermeiden. Landwirtschaftliche Nutztiere nehmen diese Kontaminanten entweder über den Boden oder über das Futtermittel auf. Dort reichern sie sich im Fettgewebe von Tieren an. Menschen nehmen daher Dioxine hauptsächlich über tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Eier und Milch sowie den daraus hergestellten Produkten auf. Um das Gefährdungspotential beurteilen zu können, wurde ein Summenparameter, der die Summe der PCDD/F-Kongenere als Toxizitätsäquivalente (TEQ) angibt, eingeführt. Bei diesem Berechnungsmodell werden die Gehalte und die Toxizitäten der einzelnen Kongenere berücksichtigt. Das 2,3,7,8-Tetrachlorodibenzodioxin (TCDD) ist als Substanz eingestuft, die das größte Gefährdungspotential besitzt. Die akute Toxizität der übrigen PCDD/F wird relativ zu TCDD angegeben. Man unterschiedet zwischen der Summe aus Dioxinen (WHO-PCDD/F-TEQ) und der Summe aus Dioxinen und dl-PCB (WHO-PCDD/F-PCB-TEQ). Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde 2000 eine tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI: Tolerable Daily Intake) im Bereich von ein bis vier Pikogramm WHO-PCDD/F-PCB-TEQ pro Kilogramm Körpergewicht vorgegeben. Der Wissenschaftliche Lebensmittelausschuss (SCF) hat 2001 eine tolerierbare wöchentliche Aufnahme (TWI: Tolerable Weekly Intake) von 14 Pikogramm WHO-PCDD/F-PCB-TEQ pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt. Außerdem sind für Lebensmittel verschiedene Höchstwerte in der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 geregelt. Höchstwerte gibt es nicht nur für Lebensmittel, sondern auch für Futtermittel. Damit wird der Eintrag in die Lebensmittelkette bereits an früher Stelle begrenzt. Die Höchstwerte für Futtermittel finden sich in der Futtermittelverordnung, sie basieren auf der Richtlinie 2002/32/EG. Des Weiteren wurden auf europäischer Ebene mit der Kommissionsempfehlung 2014/663/EU Auslösewerte in Lebensmitteln festgelegt. Wenn die Auslösewerte überschritten sind, sollte nach der Kontaminationsquelle gesucht und Maßnahmen zur Beschränkung oder Beseitigung ergriffen werden. Eine Überschreitung der Auslösewerte führt nicht dazu, dass das Lebensmittel nicht mehr verkehrsfähig ist, hilft aber, Kontaminationsquellen frühzeitig zu erkennen und abzustellen.

Die GBA Group kann Ihnen bei der Untersuchung von Dioxinen und PCB in Lebensmitteln und Futtermitteln behilflich sein. Nehmen Sie hierzu gerne mit uns Kontakt auf.

Quellen:
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:02006R1881-20200701
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=CELEX:02002L0032-20191128
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32014H0663

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